Tiefenbronn. Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren beim Sommerfest der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim in der Jostscheune zwischen Tiefenbronn und Friolzheim alle Tische voll besetzt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Jägerschaft in einem offenen und ungezwungenen Rahmen kennenzulernen. Das Fest wurde zu einem Treffpunkt für Familien, Naturinteressierte, Freunde der Jagd und Mitglieder der Jägervereinigung – und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig jagdliches Engagement heute ist.
Im Mittelpunkt stand nicht allein das gesellige Beisammensein. Die Jägervereinigung machte sichtbar, welche Aufgaben Jägerinnen und Jäger für Wildtiere, Lebensräume und die Gesellschaft übernehmen. Neben jagdlichem Brauchtum und regionaler Bewirtung bot das Fest Einblicke in Umweltbildung, Tierschutz, Nachwuchsarbeit, Hundewesen und moderne Technik. Viele Gäste kamen mit den Mitgliedern der Jägervereinigung ins Gespräch und erlebten, dass Jagd weit mehr bedeutet als die eigentliche Jagdausübung im Revier.
Für den passenden Rahmen sorgten die Jagdhornbläsergruppen aus Pforzheim und Heimsheim. Mit ihren Signalen und Musikstücken gaben sie dem Sommerfest eine festliche und unverwechselbar jagdliche Prägung. Die Bläser machten hörbar, dass Tradition in der Jägerschaft nicht nur bewahrt, sondern aktiv gelebt und an die nächste Generation weitergegeben wird.
Bereits im offiziellen Teil wurden verdiente Mitglieder und Helferinnen besonders gewürdigt. Renate Bambach-Här erhielt für ihre langjährige Unterstützung und Mitwirkung in der Jägervereinigung die DJV-Verdienstnadel in Bronze. Martina Geislhöringer-Krail wurde mit der LJV-Verdienstnadel in Silber ausgezeichnet. Ingrid Eble dankte die Jägervereinigung mit einem Blumenstrauß für ihre tatkräftige Mithilfe beim Sommerfest. Die Ehrungen machten deutlich, wie sehr das Vereinsleben vom ehrenamtlichen Einsatz vieler Menschen getragen wird – bei der Organisation, in der Vorbereitung, in der Bewirtung und oft auch im Hintergrund.
Ein weiterer Höhepunkt war die feierliche Übergabe der Jägerbriefe an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Jungjägerjahrgangs 2026. Insgesamt stellten sich 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Anforderungen der Jägerprüfung. Nach schriftlicher Prüfung, Schießprüfung und mündlich-praktischem Teil erhielten die Jungjägerinnen und Jungjäger ihre Abschlusszeugnisse.
Kreisjägermeister Dieter Krail gratulierte dem jagdlichen Nachwuchs und erinnerte daran, dass mit der bestandenen Prüfung zwar die rechtliche Grundlage geschaffen sei, die eigentliche jagdliche Erfahrung jedoch erst im Revier wachse. Verantwortung, Geduld, Respekt vor dem Wild und waidgerechtes Handeln seien die Grundlage jeder Jagdausübung. Diese Haltung kam auch in den Worten aus dem Kreis der Absolventinnen und Absolventen zum Ausdruck. Jagd beginne mit Beobachten, Verstehen und Achtung vor der Natur. Waidgerechtigkeit sei nicht nur ein Fachbegriff, sondern eine persönliche Verpflichtung gegenüber Wild, Lebensraum und Gesellschaft.
Großen Zuspruch fand der Bereich „Lernort Natur“. Dort vermittelte die Jägervereinigung Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anschaulich Wissen über heimische Wildtiere und ihre Lebensräume. Präparate, Erklärungen und Mitmachangebote machten Naturkunde unmittelbar erfahrbar. Gerade für junge Besucherinnen und Besucher wurde so ein direkter Zugang zur heimischen Tierwelt geschaffen.
Ergänzend zeigte Präparator Christopher Eger, wie anspruchsvoll moderne Tierpräparation ist. Seine Arbeit verbindet handwerkliches Können mit biologischem Wissen und hat einen hohen Wert für die Naturvermittlung. Fachgerecht gefertigte Präparate helfen dabei, Wildtiere aus der Nähe zu betrachten, Merkmale zu erkennen und ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen. Sie werden damit zu wichtigen Anschauungsobjekten für Schule, Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.
Auch die Jagdhundevorführung zog viele Interessierte an. Die Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in Gehorsam, Konzentration, Nasenarbeit und die enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Gut ausgebildete Jagdhunde sind unverzichtbare Helfer bei der waidgerechten Jagd und leisten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz, insbesondere bei der Suche nach verletztem Wild. Die Vorführung machte deutlich, wie viel Ausbildung, Vertrauen und Erfahrung hinter einem verlässlichen Jagdgespann stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Rehkitzrettung. Die Drohnenpiloten von Rehkitzrettung Iptingen e. V. zeigten, wie Wiesen vor der Mahd mit Wärmebildtechnik abgesucht werden können, um Rehkitze und andere Jungtiere rechtzeitig zu finden und zu schützen. Die Vorführung verdeutlichte, wie sich jagdliche Verantwortung und moderne Technik sinnvoll ergänzen. Gerade dieser Bereich zeigt der Öffentlichkeit besonders anschaulich, dass Jägerinnen und Jäger aktiv zum Schutz von Wildtieren in der Kulturlandschaft beitragen.
Auch kulinarisch war das Sommerfest fest in der Region verankert. Wildgerichte, Wildwurst, Getränke, Kaffee, Kuchen und weitere Angebote sorgten für eine passende Bewirtung. Informations- und Verkaufsstände rundeten das Programm ab und boten Gelegenheit, regionale Produkte, jagdliches Zubehör und Themen rund um Wild, Wald und Natur näher kennenzulernen.
Am Ende stand ein positives Bild einer Jägerschaft, die Tradition, Fachwissen und bürgerschaftliches Engagement miteinander verbindet. Das Sommerfest in Tiefenbronn zeigte die Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim e. V. als offene, verlässliche und gut vernetzte Gemeinschaft. Zwischen Brauchtum, Nachwuchsförderung, Naturpädagogik, Hundearbeit und moderner Rehkitzrettung wurde deutlich: Jagd ist gelebte Verantwortung für Wild, Wald, Natur und Menschen in der Region.
Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die mit viel Engagement und Ausdauer – trotz der Hitze – zum Gelingen des Tages beigetragen haben, sowie den Kuchenspendern.










