Jagdschule

Was erwartet Sie alles, wenn Sie Jungjäger oder Jungjägerin werden möchten? Wie viel Zeit müssen Sie aufbringen? Was müssen Sie alles lernen und wo können Sie sich anmelden? Diese Fragen sollen auf dieser Seite beantwortet werden.

 

Was kommt zeitlich auf mich zu?

Der Kurs beginnt jeweils einmal im Jahr im September und er dauert ca. 9 Monate und endet mit der mündlichen Prüfung im Mai.

Damit Sie eine Vorstellung über den Zeitaufwand bekommen:

Es gilt auch eine Pflichtstundenzahl des Theorieunterrichts zu erreichen.

 

Was muss ich alles lernen und wissen?

Jäger sein heißt, Verantwortung tragen. Deshalb ist eine umfassende und fundierte Ausbildung Voraussetzung. Erst nach Ablegen einer staatlichen Prüfung kann der erste Jagdschein erlangt werden. Die Jägerprüfung, das „Grüne Abitur“, zählt zu den anspruchsvollsten Prüfungen. Dabei müssen theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten u. a. in folgenden Fachgebieten nachgewiesen werden:

Die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte richten sich nach dem Ausbildungsplan für die jagdliche Ausbildung in Baden-Württemberg.

Den Katalog der aktuellen Prüfungsfragen finden Sie auf der Homepage des Landesjagdverbandes unter www.landesjagdverband.de.

Ebenso sind dort alle für die Jägerprüfung relevanten Dokumente und Informationen abrufbar. Programme zur Prüfungssimulation finden Sie bspw. unter www.heintgestrainer.de sowie bei der Pirsch unter www.dlv-shop.de. Inzwischen gibt es auch zahlreiche App-Anwendungen für Smartphones (Android und iOS).

 

Was bedeutet „grünes Abitur“?

Hubertus Grünrock, 45, verheiratet, Angestellter, Naturfreund, blättert fasziniert im rund tausend Seiten umfassenden Standardwerk aller Jägerlehrlinge und springt vom Haarwild über das Federwild zum jagdlichen Brauchtum. Er ist einer der jährlich 11.000 Deutschen, die gerne Jäger werden möchten.

Ein bis zwei Abende pro Woche fallen bei ihm und den übrigen angehenden Waidmännern und -frauen des Vorbereitungskurses schon jetzt der Jagdleidenschaft zum Opfer. Je nach Bundesland dauert der Kurs sechs bis zwölf Monate. Doch zuerst ist alle Jagd nur blasse Theorie. Gelernt wird anhand von Dias, ausgestopften Tieren (Präparaten), Geweihen und natürlich mithilfe der ausführlichen Fachliteratur. Da ein guter Schütze allein noch keinen guten Jäger ausmacht, aber ein guter Jäger unbedingt ein guter Schütze sein muss, gehts am Wochenende zum Training auf den Schießstand.

Soviel Einsatz kann sich dann schon mal negativ auf den Haussegen auswirken. Die alten Hasen unter den Ausbildern raten ihren Schützlingen in diesem Fall: "Stellt Euren Lieben daheim für die Zeit der Jägerausbildung am besten ein schönes Bild von Euch hin, damit Ihr nicht in Vergessenheit geratet!"

Jäger wird nur, wer gleichzeitig ein bisschen Wildbiologe, Naturschützer, Förster, Büchsenmacher, Tierarzt, Hundeführer ja sogar Jurist ist. Besonders die Juristerei ist ein Gebiet, das man nicht sofort mit dem Thema Jagd in Verbindung bringen würde. Aber da gibt es das Jagd-, Waffen-, Bundesartenschutzgesetz und viele Vorschriften mehr, in denen festgelegt ist wer, was, wann und wie erlegen darf. Wenn der Jäger im Dschungel dieser Paragrafen dennoch trifft, schreibt ihm die Fleischhygieneverordnung eindeutig vor, wie er das erlegte Wild behandeln muss, damit es als Wildbret hygienisch einwandfrei die Küche des Feinschmeckers erreicht.

Der zukünftige Jäger braucht das richtige Feeling für Wild, Wald und Natur. Darum geht es an den Wochenenden immer wieder ins Revier. Draußen ist es nicht damit getan, die Fährte eines Rehs von der eines Wildschweins zu unterscheiden. Die Tiefe des Abdrucks verrät dem erfahrenen Jäger, wie schwer und damit wie alt das vorbeigezogene Tier war. Aus der Vielzahl solcher Beobachtungen kann der Jäger Bestandsdichte und Zusammensetzung der Wildarten im Revier abschätzen. Die Jagdscheinaspiranten lernen außerdem wie man Hecken, Ackerrandstreifen und Wildäcker anlegt, die dem Wild und vielen anderen nichtjagbaren Tierarten neuen Lebensraum bieten sollen.

Warum die Jägerprüfung auch Grünes Abitur heißt, wird spätestens klar, wenn man sich der umfangreichen schriftlichen und mündlichen Prüfung und der Schießprüfung mit Büchse und Flinte auf Scheibe und Tontauben gestellt hat. Wie beim Abi so ist auch bei der Jägerprüfung im Mai eine Fremdsprache Pflichtfach. In der Jägerfachsprache heißt Mutter Wildschwein Bache, ihr halbstarker Sohn ist ein Überläufer und obwohl alle doch eher bräunlich aussehen, gehört die ganze Sippschaft zum Schwarzwild.

Leider sind monatelange intensive Vorbereitung, Entbehrung von Freizeit und Familie nicht immer mit Erfolg gekrönt, denn die Durchfallquote liegt bundesweit bei 25 %. Bei den Meisten haperts beim Schießen.

Hubertus Grünrock - erfolgreicher Prüfungskandidat - bleibt trotz seines fortgeschrittenen Alters drei Jahre lang Jungjäger. Ein Zeitraum, in dem er von erfahrenen Jägern lernt und in zahlreichen Reviergängen Praxis erlangt. Erst dann ist er berechtigt, ein Jagdrevier zu pachten. Damit erhält er aber nicht nur das Recht zum Erlegen von Wild, sondern gleichzeitig nimmt man ihn in die Pflicht. Denn in den Abschussplänen der unteren Jagdbehörde werden jährlich für bestimmte Wildarten Abschussquoten festgelegt, die erfüllt werden müssen. Als Jäger muss er dafür Sorge tragen, dass keine Wildart überhandnimmt und damit anderen Arten und dem Wald schadet.

Als geprüfter Jäger gehört Hubertus Grünrock fortan zu den 0,4 % der Bevölkerung (vier Jäger auf 1000 Bundesbürger), denen man vertraut und zutraut, dass sie aufgrund ihres fachlichen Könnens und ihrer inneren Einstellung zur Natur, die Jagd fachgerecht und verantwortungsvoll ausüben. Waidgerecht eben, wie es bei den Waidmännern heißt. [Quelle: DJV]

 

Ist die Jägerprüfung auch zu schaffen, wenn ich keine (jagdlichen) Vorerfahrungen habe?

Ja ist sie. Wenn Sie gewillt sind, neue Dinge zu lernen, viel zu üben und zu lesen, dann ist die Prüfung auch ohne Vorerfahrung zu schaffen.

 

Wo kann ich mich anmelden?

Im Anhang finden Sie die den Ausbildungsvertrag und die Datenschutzentbindung als PDF. Laden Sie diese herunter und füllen Sie sie aus und verschicken Sie sie an die angegebene Adresse.

Ausbildungsvertrag

 

Was kostet der Lehrgang?

Der Lehrgang hat eine Kursgebühr für Mitglieder in der Kreisjägervereinigung von 1350,- €. Für Nichtmitglieder beträgt die Kursgebühr 1600,- €. Zusätzlich fallen Kosten für die Munition an (ca. 320,- €). Um Mitglied in der Kreisjägervereinigung zu werden, schauen Sie hier. Die Mitgliedskosten betragen 100 € im Jahr und fallen jährlich im Januar an.

 

Wie kann ich mich auf die Prüfungen vorbereiten?

Zu empfehlen ist das Buch von Siegfried Seibt Grundwissen Jägerprüfung: Das Standardwerk zum Jagdschein, er führt Sie dabei durch alle relevanten Bereiche im Fließtext. Es ist sehr gut zu lesen und gibt Ihnen einen sehr guten Überblick.  Weiter zu empfehlen ist das Buch von Herbert Krebs Vor und nach der Jägerprüfung: Kompaktwissen für die Praxis & Prüfungsfragen mit Antworten. Herbert Krebs Buch ist sehr auf Fragen und Antworten konzentriert mit jeweiligen Theorieblöcken zu den jeweiligen Themen dazwischen. Ebenso zu empfehlen ist HeintgesSicher durch die Jägerprüfung. Wie oben genannt, gibt es auch sehr gute Apps und Onlineanwendungen, die sie zusätzlich unterstützen können. 

Je nach Lerntyp, Vorerfahrungen oder ähnliches werden Sie wahrscheinlich verschiedene Quellen und Medien benötigen und es ist nicht nur mit einem Standardwerk oder einer App getan. Und die Ausbilder stehen Ihnen jederzeit zur Seite, um Ihre Fragen zu beantworten und Sie gut auf die Prüfungen vorzubereiten.

 

Ich habe immer noch Fragen, oder bin mir noch nicht ganz sicher, wo kann ich mich melden?

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Mades (Obfrau Ausbildungswesen) oder Herrn Krail (Kreisjägermeister der Jägervereinigung).

Frau Mades: Katharina.mades@gmail.com

Herr Krail: 07234 1536, dieter.krail@web.de